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Hüft-TEP (-Total-Endoprothese)

Künstliche Hüfte, Hüftprothese, H-TEP

Das künstliche Hüftgelenk ist eine so genannte Endoprothese (von griech. endo = innen) und wird als "TEP" bezeichnet, als "Totalendoprothese". Die Hüft-TEP wird am häufigsten von allen Endoprothesen in der Medizin eingesetzt und ist damit eine der häufigsten Operationen in der Orthopädie überhaupt. Der Begriff „total“ wird deshalb verwendet, weil sowohl ein Teil des Oberschenkels (Gelenkkopf) als auch die Gelenkpfanne ersetzt werden. Das bedeutet praktisch eine vollkommene Erneuerung des Gelenkes. Mit einer erfolgreichen Operation kann eine weitestgehend normale Funktion und Einsatzmöglichkeit der betreffenden Hüfte erreicht werden.

Die Arthrose des Hüftgelenkes (Coxarthrose) ist die häufigste Indikation für eine Hüft-TEP.

Im Rahmen dieses Krankheitsbildes kommt es mit der Zeit zum völligen Verschwinden des puffernden Gelenkknorpels. Ist diese gleitende Schicht nicht mehr vorhanden, reibt bei jeder Bewegung Knochen auf Knochen und es kommt zu massiven knöchernen Veränderungen am Hüftkopf und an der Hüftpfanne.

Durch die häufig eintretende und sehr schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Hüftgelenkes kommt es zu einer erheblichen Verminderung der Lebensqualität.

Um die Schmerzen zu beheben und die Funktion des Hüftgelenkes wiederherzustellen, ist die Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes der effektivste Weg.

Indikationen für den Einsatz einer Hüft-TEP

  • Arthrose
  • Schenkelhalsfraktur
  • Entzündliche Veränderungen des Hüftgelenkes
  • Hüftkopfnekrose

Therapie

Da nach dieser Operation einige Tage Krankenhausaufenthalt notwendig sind, führen wir diese Operation in der orthopädischen Hauptabteilung im Krankenhaus in Oberstdorf durch.

Grundsätzlich gibt es drei Methoden, die Endoprothese zu fixieren. Welche Methode angewandt wird, ist von Patient zu Patient unterschiedlich und von den individuellen Gegebenheiten und den Anforderungen an die Prothese abhängig. Welche Prothese für Sie als Hüftgelenkspatient am besten geeignet ist, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen im Gespräch.

Der Krankenhausaufenthalt dauert ca. 12 Tage. Eine anschließende Rehabilitationsmaßnahme wird von uns befürwortet und bei Bedarf auch beantragt.

Techniken einer Hüftprothese

Auch bei der Implantation einer Hüft-TEP wählen wir – sofern möglich – eine minimalinvasive Operationstechnik, um das umliegende Gewebe, insbesondere Muskeln und Sehnen, zu schonen. Bei diesem Verfahren werden die Muskeln nicht durchtrennt, sondern lediglich auseinander geschoben, um an das Hüftgelenk zu kommen. Dies ermöglicht nach der Operation eine rasche Mobilisation und Beschwerdefreiheit. Mit speziellen Instrumenten wird das künstliche Hüftgelenk über einen ca. 8 cm langen Hautschnitt auf der vorderen Außenseite eingebracht.

Zementierte Implantationstechnik

Bei dieser Operationstechnik wird der Schaft der Endoprothese mit Hilfe von Knochenzement im Schaft des Oberschenkelknochens fixiert. Bei dem beschriebenen Zement handelt es sich um eine spezielle Kunstharzverbindung, die zur Verarbeitung zunächst weich ist, innerhalb von Minuten aushärtet und die Endoprothese absolut fest im Knochen verankert. Auch die dazugehörige Hüftpfanne (der zweite Gelenkpartner) wird einzementiert. Wir erreichen damit eine rasche Belastbarkeit und größtmögliche Stabilität.

Dieses Verfahren kommt insbesondere bei älteren Patienten mit einer verminderten Knochenfestigkeit zum Einsatz.

Die auf diese Art operierten Patienten können am ersten Tag nach der Operation in Begleitung aufstehen und das operierte Bein prinzipiell voll belasten. Eine physiotherapeutische Behandlung nach der Operation ist unbedingt notwendig und wird schon im Krankenhaus begonnen. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wird die physiotherapeutische Behandlung ambulant oder im Rahmen einer Anschlussheilbehandlung (AHB) fortgeführt, bis die bestmögliche Gelenkfunktion erreicht ist.

Zementfreie Implantationstechnik

Bei dieser Operation werden sowohl der Schaft der Endoprothese als auch die Hüftgelenkspfanne ohne Knochenzement verankert. Die künstliche Gelenkpfanne wird dabei in den Knochen eingepresst bzw. eingeschraubt und der Hüftgelenksschaft wird primär durch einen verklemmenden Mechanismus im Oberschenkelknochen fixiert. Durch die leicht poröse Oberflächenbeschichtung der Prothesenteile hat der Knochen im Laufe der ersten Monate nach der Operation die Möglichkeit, in die Prothese einzuwachsen.

Bereits am Tag nach der Operation beginnt die Physiotherapie. Der Patient steht auf und ab dem 1.–2. Tag nach der Operation erfolgt das Gehtraining mit Unterarmgehstützen.

Auch bei dieser Methode kann mit der Belastung direkt nach der Operation begonnen werden. Wie bei allen Methoden ist eine Schonung bis zur vollständigen Wundheilung sinnvoll.

Hybrid-Implantationstechnik

Diese dritte Möglichkeit der Operation wird gerne als „Mischform“ bezeichnet. Hierbei wird der Schaft der Totalendoprothese einzementiert und die Hüftpfanne zementfrei implantiert. Die Entscheidung hierzu wird in Abhängigkeit von der Knochensubstanz getroffen.

Auch hier beginnt die physiotherapeutische Übungsbehandlung unter Anleitung schon am Tag nach der Operation. Ab dem 1.–2. Tag nach der Operation erfolgt ein Gehtraining mit Unterarmgehstützen.

Haltbarkeit einer Hüft-TEP

Heute erwartet man von einer Hüftprothese, dass sie zehn bis zwanzig Jahren lang beschwerdefrei funktioniert, bevor es zu erneuten Beschwerden kommt. Dieser Zeitraum ist individuell sehr unterschiedlich und hängt von mehreren Faktoren ab.

Gleitpaarungen

Unter Gleitpaarung versteht man die Materialkombination der Hüftgelenkspfanne und des Hüftkopfes, d. h. der Materialien, die zueinander die Gelenkfläche bilden. Dabei ist entscheidend, dass die Materialien einen möglichst geringen Abrieb zeigen, denn Abriebprodukte sind ein entscheidender Faktor bei der Lockerung und somit der Haltbarkeit von Hüftendoprothesen. Diese Bedingung wird von folgenden Gleitpaarungen erfüllt:

  • Keramik – Keramik
  • Hochvernetztes Polyethylen – Metall
  • Metall – Metall

Endoprothesenformen

Kurzschaftprothese Klassische Hüftprothese

Kurzschaftprothese


Klassische bewährte Prothese mit
Gelenkpfanne (1.)
Prothesenstiel (2.)
Kopf (3.)


Im Vergleich zu herkömmlichen Prothesen bietet sich bei der Kurzschaftprothese beim jüngeren Patienten mit einer guten Knochensubstanz die Möglichkeit einer Schaftverankerung mit einem relativ kurzen Implantat. Der Vorteil liegt dabei in einer sparsamen Entfernung von Knochen, um die Prothese einzusetzen. Dies erleichtert wiederum, bei einer eventuell notwendig werdenden Wechseloperation, die erneute Verankerung eines künstlichen Hüftgelenkes.

Dieses Verfahren hat sich mittlerweile zu einem Standardverfahren entwickelt. Langzeiterfahrungen in dem Ausmaß wie bei der klassischen Prothese liegen allerdings noch nicht vor – die bisherigen Nachuntersuchungen lassen jedoch eine ebenbürtige Haltbarkeit erwarten.

Hüftgelenk Oberflächenersatz

Hüftgelenksoberflächenersatz

Gerade bei jungen Patienten ist der Hüftgelenksersatz mit minimalem Knochenverlust ein wichtiges Kriterium, denn: je jünger der Patient, desto wahrscheinlicher ist eine notwendige Wechseloperation, die umso leichter durchzuführen ist, je mehr Knochen noch vorhanden ist.

Eine Lösung bietet der Hüftoberflächenersatz. Es handelt sich um ein über 10 Jahre lang erprobtes Verfahren, das einen möglichst maximalen Knochenerhalt garantiert. Nach dem Beispiel "Warum einen Zahn ziehen, wenn er überkront werden kann?" wurde dies hier bei der Hüfte angewandt: "Warum den Hüftkopf abtrennen, wenn man ihn überkappen und dadurch erhalten kann?"

Langzeitstudien von über 10 Jahren (ca. 3.000 Patienten) liegen vor. Weltweit sind im Jahre 2000 ca. 6.500 Kappenimplantationen durchgeführt worden. Die Ergebnisse sind auch in Deutschland bisher überzeugend, wenn auch die Komplikationsrate etwas höher anzusiedeln ist. Das Kappensystem bietet außerdem durch Beibehaltung der anatomischen Verhältnisse eine natürliche Beweglichkeit und schnelle Rehabilitation.

Die Hüftpfanne wird "klassisch" im Becken platziert, der Hüftkopf wird entknorpelt und die Hüftkappe aufzementiert. Der eigentliche Hüftkopf bleibt damit also bestehen.

Der Vorteil besteht darin, dass von dieser Prothese bei einer notwendigen Wechseloperation eine klassische Hüftprothese implantiert werden kann. Bekannte Nachteile sind die erhöhte Gefahr eines Schenkelhalsbruches postoperativ, die insbesondere bei bekannter Osteoporose besteht, sowie teilweise eine Geräuschbildung der Gleitpaarung in der Anfangsphase. Initial können erhöhte Cobalt-Chrom-Werte im Blut festgestellt werden.



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